Gedanken

Nicht so sehr was wir tun, zählt, sondern welches Bewusstsein, welche Gedanken dahinter stecken. Wie können wir unser Bewusstsein und unsere Gedanken reinigen? Wie können wir verhindern, dass negative Gedanken uns angreifen?

Lohnen sich reine Handlungen, wenn die Gedanken dabei unrein sind? Wie können wir unsere Gedanken reinigen?

Sri Chinmoy:
Ja, im spirituellen Leben wird stets die Bedeutung der Reinheit betont. Sie ist nicht nur unvermeidlich, sondern auch höchst notwendig, da ohne seelenvolle Reinheit das Leben des Suchers mit Vergeblichkeit tanzen muss. Es ist wahr, dass deine Gedanken rein sein müssen, wenn du handelst. Aus diesem Grunde sagen die spirituellen Meister, dass es nicht so sehr darauf ankommt, was du tust, sondern wie du es tust. Da ich einer von ihnen bin, möchte ich hinzufügen, dass du dich nicht daran stören solltest, wenn am Anfang deine Gedanken unrein sind und du nicht bedingungslos handeln kannst. Beginne deine innere Reise dort, wo du stehst. Wenn du darauf wartest, dass Reinheit dein äußeres Bewusstsein überflutet, bevor du deine innere und äußere Arbeit beginnst, dann handelst du absurd. Wenn du auf dem spirituellen Pfad bleibst, wird göttliche Reinheit im Laufe der Zeit unweigerlich in deinem inneren und äußeren Leben heranwachsen müssen.
Du willst wissen, wie du deine Gedanken reinigen kannst. Du kannst sie reinigen, indem du fühlst, dass deine Gedanken aus deinem ergebenen und geweihten inneren Leben kommen und nicht von deinem zweifelnden, misstrauischen, prüfenden, logischen, kritisierenden und korrigierenden Verstand.

Was ist der beste Weg, um zu verhindern, dass falsche Gedanken uns angreifen?

Sri Chinmoy:
Die Gedanken, die wir unter Kontrolle halten müssen, sind die unproduktiven Gedanken, die schädlichen Gedanken, die zerstörerischen Gedanken, die dummen Gedanken und die negativen Gedanken. Diese Gedanken können entweder von außen kommen und in uns eindringen, oder sie sind bereits in uns und kommen lediglich zum Vorschein. Die Gedanken, welche von außen kommen, sind leichter zu kontrollieren als die Gedanken, die bereits in uns sind. Wenn ein ungöttlicher Gedanke von außen kommt, müssen wir fühlen, dass wir einen Schutzschild um uns herum oder direkt vor uns tragen, insbesondere vor unserer Stirn. Wenn wir das Gefühl haben, dass unsere Stirn verletzlich, empfindlich und ungeschützt ist, werden wir immer falschen Gedanken zum Opfer fallen. In dem Moment jedoch, wo wir das bewusste Gefühl entwickeln, dass diese Stirn ein Schild, eine solide Mauer ist, können falsche Gedanken nicht eindringen. Wir müssen uns selbst bewusst fühlen lassen, dass wir durch eine solide Mauer oder durch eine Festung mit vielen Soldaten geschützt sind. Wir müssen ständig wachsam sein, und wenn wir von falschen Gedanken angegriffen werden, müssen wir erkennen, dass wir in uns Soldaten haben, die stärker sind als sie. Die stärksten Soldaten sind unsere Reinheit, unsere Aufrichtigkeit, unser inneres Streben und unser Hunger nach Gott. Im dem Moment, wo ein falscher Gedanke eindringen will, werden diese göttlichen Soldaten auf ihrem Posten stehen und unsere Leibwache sein.
Die Gedanken, die bereits in uns sind und uns Probleme bereiten, sind schwieriger hinaus zu werfen, aber wir können es tun, und zwar, indem wir unser Bewusstsein ausdehnen. Wir haben einen Körper, und in diesem Körper sind falsche Kräfte, die Gedankenform angenommen haben. Was wir tun müssen, ist unser physisches Bewusstsein durch bewusste Bemühung und inneres Streben auszudehnen, so wie wir ein Gummiband dehnen, bis wir fühlen, dass unser ganzer Körper bis zur Unendlichkeit ausgedehnt ist und wir zu einem weißen Blatt unendlich ausgedehnten Bewusstseins geworden sind. Wenn wir das tun können, werden wir sehen, dass unser Bewusstsein vollkommen rein ist.
Jeder reine Gedanke, jeder reine Tropfen Bewusstsein ist wie Gift für die Unreinheit oder für falsche Gedanken in uns. Wir fürchten uns vor unreinen Gedanken, aber unreine Gedanken fürchten sich noch mehr vor unserer Reinheit. Es geschieht oft, dass wir uns mit unseren unreinen Gedanken identifizieren und nicht mit unseren reinen Gedanken. Doch in dem Moment, wo sich unser physisches Bewusstsein mit Reinheit identifiziert und wir sagen können: „Dieser reine Gedanke repräsentiert mich“, stirbt die Unreinheit in uns augenblicklich. Falsche Gedanken sind in uns, weil wir uns mit diesen Gedanken identifizieren. Wenn wir uns mit etwas anderem identifizieren, müssen sie uns sofort verlassen.

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